Was ist die Dachneigung?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am
Definition
Die Dachneigung beschreibt den Winkel einer Dachfläche gegenüber der Horizontalen. In Grad wird der Winkel angegeben, in Prozent das Verhältnis von Höhenunterschied zu waagerechter Länge.
Einfache Erklärung
Grad und Prozent sind unterschiedliche Angaben: Gefälle in Prozent = Höhenunterschied geteilt durch waagerechte Länge mal 100. Der Winkel ergibt sich mit dem Arkustangens dieses Verhältnisses. 5 Prozent entsprechen rund 2,86 Grad; 5 Grad entsprechen rund 8,75 Prozent. Gemessen wird die waagerechte Projektion, nicht die schräge Dachlänge. Welche Mindestneigung benötigt wird, hängt von Eindeckung, Fugen, Profilen und Entwässerung ab. Für Glas- oder Stegplattendächer gelten die Vorgaben des konkreten Systems. Auch bei Dachziegeln gibt es keine universelle Mindestneigung von 22 Grad: Produkt, Regeldachneigung und erforderliche Zusatzmaßnahmen müssen zusammen betrachtet werden. Vorgaben aus Bebauungsplan und Gestaltungssatzung sind zusätzlich zu prüfen.
Beispiel aus der Praxis
Ein Terrassendach fällt über 4 Meter waagerechte Länge um 20 Zentimeter ab. Das ergibt 0,20 / 4 × 100 = 5 Prozent, also etwa 2,86 Grad. Ob das für das gewählte Dach ausreicht, wird anschließend anhand der Systemunterlagen geprüft; die Rechnung allein bestätigt keine zulässige Ausführung.
Typische Fehler
Grad und Prozent gleichsetzen, mit der schrägen Dachlänge rechnen oder eine pauschale Mindestneigung für alle Materialien übernehmen. Dachgefälle und Rinnengefälle sind außerdem unterschiedliche Planungsgrößen.
Häufige Fragen
Quellen und redaktioneller Stand
Quellenstand redaktionell abgeglichen am .
- Exolon: Montageanleitung für Stegplatten – Produktbezogene Anforderungen an Neigung, Montage und Wärmeausdehnung. Geprüft am 01.10.2026.
Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.
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