Vorgehängte Fassade vs. WDVS
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Beim WDVS sind Dämmung und Putz direkt als Verbund auf dem Untergrund befestigt. Die VHF trennt Dämmung, Hinterlüftungsraum, Unterkonstruktion und Bekleidung. Beide Systeme benötigen geprüfte Komponenten und detaillierte Anschlüsse.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Vorgehängte hinterlüftete Fassade | WDVS |
|---|---|---|
| Aufbau | mehrschalig hinterlüftet | geklebter/gedübelter Verbund |
| Oberfläche | Platte, Holz, Metall etc. | Putz oder Riemchen im System |
| Feuchte | Wetterschale plus Hinterlüftung | schlagregendichte Oberfläche |
| Wärmebrücken | Unterkonstruktion berechnen | Dübel/Anschlüsse berücksichtigen |
| Brandschutz | Hohlraum und Sperren | Dämmstoff und Brandriegel |
| Reparatur | Elementtausch möglich | Putzangleichung erforderlich |
| Dicke | größer | meist geringer |
| Budget | häufig höher | häufig wirtschaftlicher |
Vorgehängte hinterlüftete Fassade
Vorteile
- Wetterschale und Dämmung getrennt
- Große Materialauswahl der Bekleidung
- Einzelelemente teils austauschbar
- Unebenheiten über Unterkonstruktion ausgleichbar
- Feuchte wird über Hinterlüftung abgeführt
Nachteile
- Höhere Anfangskosten möglich
- Größere Aufbaudicke
- Unterkonstruktion erzeugt Wärmebrücken
- Brandsperren und Öffnungen planen
- Mehr Einzelkomponenten und Schnittstellen
WDVS
Vorteile
- Schlanker und etablierter Aufbau
- Häufig wirtschaftlicher
- Geringe Zusatzlast
- Viele Dämmstoff- und Putzsysteme
- Durchgehende Dämmfläche gut erreichbar
Nachteile
- Stoßempfindliche Putzoberfläche
- Komponenten nicht frei mischbar
- Lokale Reparaturen sichtbar
- Sockel und Fensterdetails kritisch
- Rückbau als Verbund aufwendiger
Fazit
Das WDVS ist häufig die wirtschaftliche Lösung für eine verputzte, durchgehend gedämmte Fassade. Die VHF bietet größere Materialfreiheit und konstruktive Trennung, benötigt aber mehr Raum und Planung. Untergrund, Brandschutz, Gestaltung, Reparaturziel und Lebenszyklus bestimmen die Wahl.