Statischer oder dynamischer Plattendruckversuch?

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am

Der statische Plattendruckversuch belastet und entlastet die Prüfplatte stufenweise; dabei werden Ev1 und Ev2 bestimmt. Der dynamische Versuch mit leichtem Fallgewichtsgerät verwendet einen Belastungsimpuls und liefert Evd. Die Kennwerte sind nicht allgemein ineinander umrechenbar. Vereinbaren Sie mit der fachlich verantwortlichen Stelle das geforderte Verfahren und die Bewertung, bevor Sie einen Nachweis bestellen.

Vergleichstabelle

KriteriumStatischer PlattendruckversuchDynamischer Versuch mit leichtem Fallgewichtsgerät
BelastungsprinzipStufenweise Be- und EntlastungBelastungsimpuls
KennwerteEv1 und Ev2Evd
DichtebezugKeine direkte TrockendichtemessungKeine direkte Trockendichtemessung
VergleichAnforderungen und Messbedingungen prüfenAnforderungen und Messbedingungen prüfen
AuftragGeforderte Schicht und statisches Verfahren zuordnenZulässigkeit für den konkreten Nachweis klären

Statischer Plattendruckversuch

Vorteile

  • Bildet die Verformungsreaktion bei stufenweiser Be- und Entlastung ab.
  • Liefert die statischen Verformungsmoduln Ev1 und Ev2 für die entsprechend festgelegte Bewertung.

Nachteile

  • Ein Ev2-Wert ersetzt keine projektspezifische Festlegung, welche Schicht und Anforderung geprüft werden.
  • Die Kennwerte sind keine direkte Messung der Trockendichte und allein keine Gründungsfreigabe.

Dynamischer Versuch mit leichtem Fallgewichtsgerät

Vorteile

  • Erfasst die Verformungsreaktion auf eine impulsförmige Belastung.
  • Liefert den dynamischen Verformungsmodul Evd für einen entsprechend zugeordneten Prüfauftrag.

Nachteile

  • Ein Evd-Wert ist nicht ohne begründete Zuordnung als geforderter Ev2-Nachweis verwendbar.
  • Eine allgemeine feste Umrechnungszahl zu Ev2 oder zum Verdichtungsgrad wird hier nicht angesetzt.

Fazit

Die Universität Wuppertal beschreibt die unterschiedlichen Belastungsprinzipien und Kennwerte. ZORN erläutert in seiner Baustelleninformation 03/2025, dass zwischen Ev1/Ev2, Evd und dem Verdichtungsgrad keine allgemeine mathematische Beziehung besteht; Erfahrungszuordnungen sind boden- und anwendungsbezogen. Für den Auftrag heißt das: Schicht, Material, Messstelle, Verfahren und Bewertungsanforderung müssen nachvollziehbar zusammengehören. Ein Verdichtungsgrad bezieht die Trockendichte auf eine Referenzdichte; ein Verformungsmodul beschreibt dagegen die Reaktion auf die jeweilige Belastung. Daraus wird keine allgemeine Gleichwertigkeit der Verfahren abgeleitet. Grenzwerte, Prüftiefen, Messabstände und die Bedienung der Geräte werden hier nicht vorgegeben. Die Wahl einer Rüttelplatte beantwortet ebenfalls nicht, welcher Nachweis geschuldet ist. Fiktiver Dokumentenfall: Ein Prüfblatt nennt Evd, während die Leistungsbeschreibung einen statischen Kennwert verlangt. Die Bauleitung lässt prüfen, ob eine fachlich begründete, für das Projekt akzeptierte Zuordnung vorgesehen ist oder ein anderer Prüfauftrag erforderlich ist. Sie multipliziert den Wert nicht mit einem Internetfaktor und bestätigt aus dem Blatt allein keine ausreichende Gründung.

Quellen und redaktioneller Stand

Quellenstand redaktionell abgeglichen am .

Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.