µ-Wert und sd-Wert: Materialzahl und Schichtdicke verbinden

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am

Der µ-Wert ist eine dimensionslose Diffusionswiderstandszahl; der sd-Wert beschreibt den Widerstand einer Schicht als entsprechende Luftschichtdicke in Metern. Für eine einheitliche Schicht mit dem zugrunde gelegten µ gilt sd = µ × d, wobei d in Metern eingesetzt wird. Die Rechnung ersetzt keinen Feuchteschutznachweis des Bauteils.

Vergleichstabelle

Kriteriumµ-Wertsd-Wert
GrößeDiffusionswiderstandszahlDiffusionsäquivalente Luftschichtdicke
EinheitDimensionslosMeter
DickeFür die Materialzahl noch nicht berücksichtigtIn sd = µ × d berücksichtigt
Fiktiver Fallµ = 50 als gesetzte konstante AnnahmeBei d = 0,02 m ergibt sich sd = 1 m

µ-Wert

Vorteile

  • Ermöglicht den Vergleich des Diffusionswiderstands des Materials mit ruhender Luft gleicher Dicke unter den zugrunde gelegten Bedingungen.

Nachteile

  • Ohne die Schichtdicke liefert die Zahl keinen sd-Wert des eingebauten Materials. Feuchteabhängige Angaben dürfen nicht ohne ihren Mess-/Anwendungsbezug als unveränderliche Konstante behandelt werden.

sd-Wert

Vorteile

  • Bezieht bei einer einheitlichen Schicht die tatsächliche Dicke ein. Die Einheit Meter unterscheidet diese Angabe von der dimensionslosen Materialzahl.

Nachteile

  • Ein einzelner sd-Wert beantwortet nicht alle Fragen zu Feuchte, Luftströmung oder Wasserdichtheit. Bei feuchtevariablen Bahnen bleibt die konkrete Kennlinie zu beachten.

Fazit

Die mathematische Beziehung ist im Fraunhofer-WUFI-Handbuch und im Hersteller-Glossar von akurit erläutert. Sie gilt hier nur mit einem passenden, einheitlich zugrunde gelegten µ-Wert. Bei 20 mm Dicke wird zuerst in 0,02 m umgerechnet; bei 40 mm und unverändert angenommenem µ = 50 ergibt sich sd = 2 m. Keine dieser frei gewählten Zahlen empfiehlt einen Baustoff oder eine Folie. Diffusion durch Material und Luftströmung durch Fugen sind unterschiedliche Transportwege. Fiktiver Fall: Ein Datenblatt nennt eine Materialzahl, ein anderes eine Schichtangabe in Metern. Für die rein rechnerische Demonstration wird µ = 50 gesetzt. Mit 0,02 m Dicke ergibt sich 1 m, mit 0,04 m 2 m. Die Fachplanung prüft reale Kennwerte, Klima und vollständigen Aufbau gesondert; aus der Übung folgt keine zulässige Dampfbremse.

Quellen und redaktioneller Stand

Quellenstand redaktionell abgeglichen am .

  • WUFI 4.1 Hilfe – Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke, Sd-Wert; Produkt aus Diffusionswiderstandszahl und Schichtdicke, zugrunde gelegte Bedingungen (Stand 2026-10-22)
  • Glossar U–Z – Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl und diffusionsäquivalente Luftschichtdicke (Stand 2026-10-22)

Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.