Kapillaraktive Innendämmung oder Aufbau mit Dampfbremse?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am
Eine kapillaraktive, diffusionsoffene Innendämmung und eine gedämmte Vorsatzschale mit Dampfbremse steuern Feuchte auf unterschiedliche Weise. Für dieselbe Bestandswand entscheiden Außenfeuchte, Untergrund, Raumklima und Anschlussmöglichkeiten über die Eignung des vollständigen Systems. Der Dämmstoffname allein trägt die Auswahl nicht.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Geklebtes diffusionsoffenes Innendämmsystem | Gedämmte Vorsatzschale mit Dampfbremse |
|---|---|---|
| Feuchtekonzept | Offenes geklebtes System mit passendem Untergrundkontakt | Vorsatzschale mit definierter Dampfbremse |
| Oberfläche | Systemverträglicher offener Putzaufbau | Geeignete Bekleidung und Beschichtung des vollständigen Aufbaus |
| Offener Punkt im Beispiel | Eignung des alten Untergrunds | Zugänglicher Anschluss hinter dem Balken |
Geklebtes diffusionsoffenes Innendämmsystem
Vorteile
- Kann als schlanker systembezogener Klebe- und Putzaufbau geplant werden.
- Benötigt keine zusätzlich angesetzte Folienebene als Ersatz seines eigenen Systemprinzips.
Nachteile
- Braucht geeigneten durchgängigen Untergrundkontakt.
- Dichte Oberflächen dürfen nicht beliebig ergänzt werden.
Gedämmte Vorsatzschale mit Dampfbremse
Vorteile
- Kann Unebenheiten über den geplanten Rahmenaufbau ausgleichen.
- Ermöglicht eine systembezogen geplante Bekleidung und Installationsführung.
Nachteile
- Benötigt durchgehende Anschlüsse der vorgesehenen Funktionsschicht.
- Rahmen, Dämmung und Bekleidung beanspruchen gemeinsam Raum.
Fazit
Zwei tatsächliche Systemprinzipien vergleichen: Die STEICO-Planungsunterlage vom März 2026 stellt ein vollflächig angeklebtes, diffusionsoffenes STEICOinternal-System und eine diffusionsbremsende Vorsatzschale mit Gefachdämmung und OSB oder geeigneter Bahn gegenüber. Beim ersten gehören durchgängiger Kontakt zum geeigneten Untergrund und passende offene Oberflächenschichten zum Prinzip. Beim zweiten wird die funktionale Dampfbremse mit ihren Anschlüssen gezielt ausgebildet. Beide müssen die konkrete Bestandswand und deren äußeren Wetterschutz berücksichtigen. Ein System ersetzt nicht die Beseitigung eines vorhandenen Wassereintritts. Fertige Oberfläche und spätere Eingriffe mitentscheiden lassen: Die Vorsatzschale kann einen Ausgleich von Unebenheiten und eine gezielt geplante Installationsführung ermöglichen; sie benötigt dafür den vollständigen Aufbau und sichere Anschlüsse ihrer Funktionsschicht. Beim geklebten System sind Untergrundkontakt und verträgliche Oberflächen gesondert zu prüfen. Großflächig dichte Beläge werden nicht einfach aus der anderen Variante übernommen. Bewertet werden daher nicht nur Dämmstärken, sondern die vollständigen Schichten bis zur fertigen Oberfläche einschließlich Laibungen und angrenzender Bauteile. Redaktioneller Vergleich: Dieselbe trockene, außen instand gesetzte Mauerwerkswand soll gedämmt werden. Variante A sieht STEICOinternal mit dem vorgesehenen Klebe- und Putzaufbau vor. Variante B nutzt eine fachlich ausgewählte STEICO-Gefachdämmung mit durchgängig geplanter Dampfbremse und geeigneter Bekleidung. Für A wird der bisherige Untergrund als offener Punkt untersucht; für B die Erreichbarkeit des Anschlusses hinter einem Deckenbalken. Solange die jeweilige Voraussetzung fehlt, wird die Variante nicht zur Ausführung freigegeben. Die Entscheidung folgt den geklärten Details statt einer pauschalen Rangfolge.
Quellen und redaktioneller Stand
Quellenstand redaktionell abgeglichen am .
- STEICO: Planung Innendämmung, Version 2 vom 11.03.2026 – Gedruckte S.5–6 Funktionsweisen; S.8 Schlagregenschutz; S.13 konkret OSB/Gefachsystem; S.16 Wärmebrücken; S.17 Holzbalkenkopf; Imprint S.20. (Stand 2026-11-02)
- Informationsdienst Holz: Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten – Publikationsseite nennt Stand Juli2023, korrigierte ersteAuflage; Dateiname2022-11. Tatsächlich gedruckte S.12–17 System/Untergrund/Lasten/Installationen; S.32–34/36 Modellgrenzen; S.40 Innenwandanschluss; S.42–43 Stahlbetondecke; S.48–49 obereDecke/Traufe. (Stand 2026-11-02)
Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.