Mineralischer oder kunstharzgebundener Oberputz bei der Renovierung?

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am

Mineralischer und kunstharzgebundener Oberputz unterscheiden sich im Bindemittel und können einen anderen Liefer-, Verarbeitungs- und Beschichtungsumfang haben. Verglichen werden dennoch immer zwei für denselben vorhandenen Aufbau geeignete konkrete Produkte.

Vergleichstabelle

KriteriumGeeigneter mineralischer EdelputzGeeigneter Dispersionsoberputz
ProduktartKonkreter mineralischer EdelputzKonkreter Dispersions-/Kunstharzputz
Liefer-/AuftragsumfangTrockenmörtel; vorgesehene weitere Beschichtung aufnehmenGebrauchsfertiges Produkt; tatsächlichen Schlussaufbau benennen
Fertiger VergleichMuster einschließlich vorgesehenem AnstrichMuster der vorgesehenen fertigen Oberfläche

Geeigneter mineralischer Edelputz

Vorteile

  • Kann als mineralisches Kalk-/Zementprodukt mit passendem Gesamtaufbau gewählt werden.

Nachteile

  • Ein vorgesehener zusätzlicher Anstrich gehört zum vollständigen Leistungsumfang.

Geeigneter Dispersionsoberputz

Vorteile

  • Wird in der beschriebenen Produktart gebrauchsfertig geliefert und kann als passende Schlussoberfläche geplant werden.

Nachteile

  • Lieferform und Farbvielfalt bestätigen noch keine Eignung auf dem vorhandenen System.

Fazit

Produktart und vollständigen Aufbau auseinanderhalten: Der VDPM beschreibt mineralischen Edelputz mit Kalk-/Zementbindemittel als Trockenmörtel und Dispersionsputz als gebrauchsfertig gelieferten Kunstharzputz. „Pastös“ ist dabei nicht automatisch gleichbedeutend mit Kunstharz: Auch Silikatprodukte können gebrauchsfertig sein. Die Bestandsfreigabe muss deshalb die genaue Produktbezeichnung und den vorgesehenen Untergrund umfassen, statt nur die Lieferform zu nennen. Fertige Oberfläche einschließlich Anstrich vergleichen: Bei einem konkret angebotenen mineralischen Edelputz kann ein zusätzlicher Egalisationsanstrich vorgesehen sein; dieser gehört dann in dieselbe Variante. Beim Dispersionsprodukt werden der tatsächliche Endzustand und die dafür vorgesehenen Beschichtungen ebenso geklärt. Struktur, Farbwirkung und spätere Pflege werden produktspezifisch abgestimmt. Eine allgemeine Gesundheits-, Diffusions- oder Lebensdauerrangfolge der Gruppen wird nicht behauptet. Redaktionelles Beispiel: Variante A nennt einen geeigneten mineralischen Edelputz und einen zugehörigen Anstrich. Variante B bietet einen geeigneten Dispersionsoberputz als fertige Schlussoberfläche an. Der Vergleich übernimmt beide vollständigen Schichtfolgen und bemusterten Endzustände. Er vergleicht nicht versehentlich den unbehandelten Zwischenstand von A mit der fertigen Fläche von B.

Quellen und redaktioneller Stand

Quellenstand redaktionell abgeglichen am .

Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Nein. Lieferform und Bindemittelbezeichnung sind unterschiedliche Informationen.

Die Eignung hängt vom konkreten Produkt, Bestand und gewünschten Endzustand ab.