Was ist eine Senkrechtmarkise?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am
Definition
Eine Senkrechtmarkise fährt einen textilen Behang vertikal vor einer Fenster- oder Terrassenöffnung aus. Sie dient der Beschattung und je nach Gewebe dem Sichtschutz. Im Handel wird dafür auch Screenmarkise verwendet; Führung, Tuch und Betriebsgrenzen sind am konkreten System zu prüfen.
Einfache Erklärung
Anders als eine horizontale Dachbeschattung wirkt sie gegen seitlich oder flach einfallende Sonne. Behang, Kasten, Endschiene, Führung und Antrieb bilden die Anlage. Seil- und Schienenführung sind zu unterscheiden; bei ZIP-Systemen wird auch der Tuchrand seitlich geführt. Die Bezeichnung Screen sagt allein nichts über ZIP-Führung, Blickdichte oder erlaubten Windbetrieb aus. Gewebeauswahl bestimmt den gewünschten Sichtbezug und Lichteinfall mit. Fragen Sie nach Mustern und prüfen Sie die Privatsphäre für die gewünschte Beleuchtung und Blickrichtung, statt ein Produktfoto als Nachweis vollständiger Verdunkelung zu nehmen. Zur Nachrüstung gehören Einbauraum, befestigbarer Untergrund, Führung und zulässige Zusatzbeanspruchung des vorhandenen Dachs. Die VertiTex-II-Anleitung beschreibt Licht- und Sichtschutz und schließt Nutzung bei Regen, Schnee und Frost aus. Solche produktbezogenen Grenzen sind maßgeblich, auch wenn eine Produktseite allgemein Wetterschutz bewirbt. Ein Textilbehang ist keine starre Seitenwand, kein Geländer und kein automatisch geeigneter Flucht- oder Zugangsschutz.
Was viele vergessen: Die rechtliche Absicherung des Baubetriebs
Ein Bauantrag regelt das Gebäude – aber eine Gefährdungsbeurteilung (GBU) regelt Ihre persönliche Haftung als Arbeitgeber oder Bauherr gegenüber jedem Menschen auf der Baustelle.
Arbeitsschutz wird oft erst bedacht, wenn es zu spät ist: nach einem Unfall oder wenn die Berufsgenossenschaft unangemeldet vor der Tür steht. Doch ab dem ersten Mitarbeiter oder Helfer sind Sie gesetzlich zur GBU verpflichtet – und das nicht nur "irgendwann", sondern vor Beginn der Arbeiten ( § 5 ArbSchG).
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Beispiel aus der Praxis
Auf einer Terrasse blendet am Abend die Sonne von Westen, obwohl das Dach beschattet ist. Der Fachbetrieb prüft einen vertikalen Behang an dieser Seite, die Aufnahme der Führungen und den Motorzugang. Die Familie vergleicht Tuchmuster und lässt Bedienung, Wettergrenzen und späteren Austausch ins Angebot aufnehmen.
Typische Fehler
Screen und ZIP als identische Begriffe verwenden, aus einem lichtdurchlässigen Gewebe pauschal vollständige Privatsphäre oder Verdunkelung ableiten. Schienen an beliebige Dachprofile anschrauben. Einen ausgefahrenen Textilbehang als Absturzsicherung oder dauerhaft nutzbare Wetterwand behandeln.
Häufige Fragen
Quellen und redaktioneller Stand
Quellenstand redaktionell abgeglichen am .
- WAREMA: Senkrechtmarkisen – Originalinformation zu vertikaler Glasflächenbeschattung, Führungen und Tuchtransparenz; keine allgemeine Blickdichte. Geprüft am 03.10.2026.
- weinor: VertiTex II, Produktinformationen – Originalinformation zur vertikalen Beschattung und unterschiedlichen Führungsvarianten; keine Freigabe fremder Dachprofile. Geprüft am 03.10.2026.
- weinor: VertiTex II, Gebrauchsanleitung – Version 8 vom 15.07.2026: Licht-/Sichtschutz, Wetter- und Betriebsgrenzen; kein allgemeiner Wetterschutznachweis. Geprüft am 03.10.2026.
Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.
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