Was bedeuten Risse im Putz?
Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Veröffentlicht am
Definition
Risse im Putz sind sichtbare Trennungen in der Putzoberfläche, die durch Schwinden, Setzungen, thermische Bewegungen oder fehlerhafte Verarbeitung entstehen können.
Einfache Erklärung
Nicht jeder Riss ist ein Mangel. Haarrisse (unter 0,2 mm) sind bei Putz normal und technisch unvermeidbar. Breitere Risse können auf Setzungen des Gebäudes, fehlende Dehnungsfugen, falschen Putzaufbau oder strukturelle Probleme hindeuten. Risse an immer gleichen Stellen (Fensterecken, Geschossübergänge) deuten auf konstruktive Ursachen hin. Ein Sachverständiger kann beurteilen, ob ein Riss harmlos oder ein Mangel ist.
Beispiel aus der Praxis
Im neuen Einfamilienhaus zeigen sich nach dem ersten Winter diagonale Risse an den Fensterecken im Obergeschoss (ca. 0,5 mm breit). Der Sachverständige stellt fest: Die Armierung im Putz wurde an den Fensterecken nicht vorschriftsmäßig ausgeführt – ein Verarbeitungsfehler. Der Bauunternehmer muss nachbessern.
Typische Fehler
Jeden Riss als Katastrophe bewerten. Risse nur kosmetisch überstreichen, ohne die Ursache zu klären. Konstruktive Risse mit Schwundrissen verwechseln. Zu lange warten, bevor man einen Sachverständigen hinzuzieht.
Häufige Fragen
Bau-Lex Wochenbrief
Wissen, was beim Bauen zählt
Ausgewählte Einordnungen, Ratgeber und Werkzeuge einmal pro Woche im Bau-Lex Wochenbrief.
Anmeldung mit Bestätigungs-E-Mail. Jederzeit abmeldbar. Hinweise in der Datenschutzerklärung.