Ratgeber

Baumaschine mieten oder kaufen: Auslastung richtig rechnen

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am

Zuerst dieselbe Leistung vergleichen

Legen Sie Maschine, Anbaugerät, benötigte Verfügbarkeit und die tatsächlich geleistete Arbeit fest. Eine Mietmaschine mit Bedienperson ist nicht ohne Anpassung mit einem Kaufgerät ohne Personal vergleichbar. Die IHK unterscheidet fixe Kosten für die Betriebsbereitschaft von variablen Kosten des laufenden Betriebs. Diese Trennung hilft beim Rechenaufbau, liefert aber noch keine Marktpreise für eine Maschine.

Jährliche Kosten und Liquidität getrennt betrachten

Zum Kaufvergleich gehören unter anderem kalkulatorischer Wertverzehr, Kapitalbindung, Stellplatz, Versicherung, Instandhaltung und Betriebsstoffe. Die HWK nennt bei Maschinenstundensätzen außerdem ausdrücklich die zusätzlich zu berücksichtigenden Lohnkosten. Ein Anschaffungspreis wird nicht gleichzeitig vollständig als Jahresaufwand und nochmals über Abschreibung angesetzt. Finanzierungsauszahlungen und verfügbare Liquidität brauchen eine eigene Betrachtung; diese einfache Kostenrechnung ersetzt sie nicht.

Ein bewusst vereinfachtes Annahmenmodell

Alle folgenden Beträge sind frei gewählte Rechenannahmen, keine erhobenen Preise oder Empfehlung für eine bestimmte Maschine. Betrachtet wird ein Jahr mit gleicher nutzbarer Maschinenleistung und ohne Bedienperson. Annahmen für Kauf: 9.000 EUR fixe Jahreskosten plus 20 EUR je Einsatzstunde. Annahmen für Miete: 800 EUR feste Jahresnebenkosten plus 45 EUR je Einsatzstunde. Die Stundensätze sollen in diesem Modell dieselben Betriebsstoffe und sonstigen nutzungsabhängigen Bestandteile abdecken. Alle Beträge sind als Nettoannahmen vor Steuern definiert; eine tatsächliche steuerliche Behandlung wird nicht beurteilt.

Die Vergleichsgrenze nachvollziehen

Mit H als nutzbaren Einsatzstunden lauten die Modellkosten Kauf = 9.000 + 20 × H und Miete = 800 + 45 × H. Gleichsetzen ergibt H = (9.000 − 800) / (45 − 20) = 328 Stunden. An diesem Punkt betragen beide Jahreskosten 15.560 EUR. Die Rechnung setzt positive 25 EUR Kostendifferenz je Stunde und konstante Eingaben voraus. Bei anderen Annahmen verändert sich die Grenze; bei identischen Stundensätzen liefert diese Division keine einzelne Grenzstunde.

Wo die lineare Rechnung endet

Tatsächliche Tages- und Wochenmieten, Mindestmietzeiten, Transporte je Baustelle, Mehrstunden, Reparaturrisiken und saisonale Verfügbarkeit können einen anderen Kostenverlauf erzeugen. Die Mietbedingungen von Zeppelin zeigen beispielhaft, dass Transport und Betriebsstoffe gesonderte Positionen sein können. Für eine Entscheidung werden deshalb konkrete Angebote und realistische Jahres-, Spitzenlast- und Ausfallszenarien eingesetzt. Personal wird nur weggelassen, wenn es in beiden Alternativen tatsächlich gleich behandelt werden kann.

Fiktives Entscheidungsbeispiel

Fiktiver Fall: Ein Betrieb erwartet 160 nutzbare Stunden im Jahr. Unter den ausdrücklich gesetzten Annahmen ergeben sich 12.200 EUR beim Kauf und 8.000 EUR bei Miete. Bei 500 Stunden kehrt sich das Bild mit 19.000 EUR gegenüber 23.300 EUR um. Daraus folgt keine allgemeine Kaufgrenze für Baumaschinen: Andere Tarife, Restwerte, Reparaturen oder Transportfahrten ändern das Ergebnis.

Vergleich auf gleicher Grundlage

Nutzbare Stunden/JahrKauf: Modellkosten EUR nettoMiete: Modellkosten EUR netto
16012.2008.000
32815.56015.560
50019.00023.300

Quellen und redaktioneller Stand

Quellenstand redaktionell abgeglichen am .

  • Angebots- und Kostenplanung – Abschnitte Kostenplanung: fixe und variable Kosten sowie Investitionen (Stand 2026-10-22)
  • Selbstständig im Handwerk, 2021 – PDF S. 139, Maschinenstundensatz: Kostenbestandteile und zusätzlich zu berücksichtigende Löhne (Stand 2026-10-22)
  • Allgemeine Mietbedingungen – Teil 1 § 4 Berechnung und Zahlung der Miete: Schichtbezug und Nebenkosten; § 3 Pflege/Rückgabe; § 11 Versicherung und Haftungsbegrenzung (Stand 2026-10-22)

Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.

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