Technik & Energie

Wärmebilder am Gebäude: Thermografie erklärt

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am

Definition

Gebäudethermografie nutzt eine Infrarotkamera, um die von Oberflächen erfasste Wärmestrahlung als Bild darzustellen und fachlich auszuwerten. Sie kann Auffälligkeiten der thermischen Gebäudehülle zeigen. Das Wärmebild ist kein Blick durch die Wand und beweist allein weder eine Schadensursache noch einen bestimmten U-Wert oder den Feuchtezustand verdeckter Schichten.

Einfache Erklärung

Eine Wärmebildkamera erfasst Infrarotenergie statt des sichtbaren Lichts einer gewöhnlichen Fotokamera. Farbpaletten machen Unterschiede anschaulich; eine andere Farbskala ist deshalb nicht schon ein anderer Bauzustand. Für die bauliche Bewertung braucht die Aufnahme einen nachvollziehbaren Ort und eine fachliche Interpretation. Aus einem ausgeschnittenen Farbbild ohne Skala und Bedingungen lässt sich keine belastbare Reparaturentscheidung ableiten. Das Passivhaus Institut zeigt Thermografie als Werkzeug der Qualitätssicherung und vergleicht beobachtete Oberflächen mit den Ergebnissen einer Wärmebrückenberechnung. Dabei sind die Rahmenbedingungen abzugleichen. Berechnung und Aufnahme behandeln somit unterschiedliche Grundlagen: das Modell eines Details und den beobachteten Zustand. Unpassende Vergleiche bleiben als Unsicherheit sichtbar. Wird eine Durchfeuchtung vermutet, muss das geeignete Untersuchungsverfahren auf Material, Lage und Fragestellung abgestimmt werden. Thermische Auffälligkeit ist nicht gleich gemessene Materialfeuchte. Auch Luftundichtheit, geometrische Anschlüsse und weitere Einflüsse lassen sich nicht durch eine einzige Farblegende voneinander trennen. Für die Beauftragung zählen Untersuchungsfrage, begründete Bedingungen und die getrennte Darstellung von Beobachtung und Schlussfolgerung.

Beispiel aus der Praxis

Fiktives Befundbeispiel: An einer sanierten Wand ist eine Gebäudeecke im Innenwärmebild auffällig. Die Fachperson vergleicht den Ort mit dem Anschlussdetail und den dokumentierten Bedingungen. Die Farbe allein wird nicht als Beweis fehlender Dämmung bezeichnet. Erst die ergänzende Untersuchung entscheidet, welche Ursache beziehungsweise welcher weitere Prüfauftrag plausibel ist.

Typische Fehler

Rot grundsätzlich mit Mangel gleichsetzen; Innen- und Außenaufnahmen ohne Bezug vergleichen; veränderte Farbskalen als Schadenentwicklung lesen; aus einem Wärmebild allein Feuchte, fehlende Dämmung oder Normerfüllung bestätigen.

Häufige Fragen

Es zeigt erfasste Wärmestrahlung an sichtbaren Oberflächen. Rückschlüsse auf den Aufbau benötigen zusätzliche Grundlagen und fachliche Bewertung.

Sie kann Anlass für eine weitere Untersuchung geben. Eine materialbezogene Feuchtemessung mit passender Methode und Einheit ist eine andere Aufgabe.

Quellen und redaktioneller Stand

Quellenstand redaktionell abgeglichen am .

Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.

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