Technik & Energie

Bivalenzpunkt: Wann kommt weitere Heizleistung hinzu?

Redaktion: Daniel von Bau-Lex · Aktualisiert am

Definition

Der Bivalenzpunkt bezeichnet im beschriebenen bivalenten Betrieb eine Außentemperatur, ab der ein weiterer Wärmeerzeuger unterstützt oder die Versorgung übernimmt. Welche Funktion dieser Punkt hat, hängt vom Anlagenkonzept und der Betriebsweise ab. Er ist keine allgemeingültige Temperatur für alle Häuser und kein Beweis, dass die Wärmepumpe defekt oder ungeeignet ist.

Einfache Erklärung

Bei einer bivalenten Versorgung sind zwei Wärmeerzeuger im Konzept aufeinander abgestimmt. Sie können je nach vorgesehener Betriebsweise abwechselnd oder gemeinsam arbeiten. Die Viessmann-Fachinformation beschreibt diese Unterscheidung ausdrücklich. Für das Lesen eines Angebots ist deshalb zunächst wichtig, was ab dem benannten Punkt passieren soll. Die erforderliche Wärmeleistung und die wirtschaftliche Einsatzentscheidung sind dabei verschiedene Betrachtungen. Gebäudestand, Heizflächen, verfügbare Geräteleistung und Regelungsstrategie gehören zur fachlichen Begründung. Eine Herstellerseite mit einem typischen Temperaturband liefert keinen Einstellwert für das eigene Gebäude. Auch eine Preisrechnung allein bestätigt nicht, dass die verbleibende Heizleistung für den geplanten Zustand genügt. Wenn nach einer Dämmmaßnahme ein anderer Bedarf entsteht, muss die Planung prüfen, welche Annahmen angepasst werden. Die hier erklärte Bezeichnung ersetzt keine Dimensionierung und keine Bestätigung eines zweiten Wärmeerzeugers. Betriebsparameter werden anhand der tatsächlichen Anlage durch die verantwortliche Fachperson festgelegt.

Beispiel aus der Praxis

Fiktives Konzeptbeispiel: Zwei Angebote verwenden denselben Temperaturbegriff. Im ersten soll der Kessel ergänzen, im zweiten zeitweise übernehmen. Die Eigentümer lassen die Betriebsweisen getrennt erklären und der Auslegung zuordnen. Ein identischer Zahlenwert würde diese beiden Funktionen nicht gleich machen. Es werden keine Reglerparameter vorgegeben.

Typische Fehler

Typischen Herstellerwert als eigenen Einstellwert übernehmen; Zuschalten und vollständiges Umschalten gleichsetzen; wirtschaftliche und leistungsbezogene Grenzen unbemerkt vermischen; aus einem frühen Zusatzbetrieb allein eine Fehlerdiagnose ableiten.

Häufige Fragen

Nein. Bedeutung und Wert sind anhand von Gebäude, Geräteleistung und vorgesehenem Betrieb zu begründen.

Die Begriffe Wärmeerzeuger und Energieträger sind getrennt zu klären. Eine Wärmepumpe mit elektrischem Zusatzheizer wird beispielsweise häufig als monoenergetisches System bezeichnet.

Quellen und redaktioneller Stand

Quellenstand redaktionell abgeglichen am .

Die Angaben dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Planungs- oder Statikberatung.

Bau-Lex Wochenbrief

Wissen, was beim Bauen zählt

Ausgewählte Einordnungen, Ratgeber und Werkzeuge einmal pro Woche im Bau-Lex Wochenbrief.

Anmeldung mit Bestätigungs-E-Mail. Jederzeit abmeldbar. Hinweise in der Datenschutzerklärung.